Tabak aus Aller Welt
Überseetabak in Stroh,
Jute oder aus Amerika in Fässern verpackt, gelangte früher über
holländische Häfen danach über die Tabakbörse Bremen zu
dem deutschen Verbraucher. Die Tabakfertigware wie Pfeifentabak, Kautabak, Schnupftabak,
Zigarren und Zigaretten brachten zum Teil schmucke Lieferkutschen zu den Endverbrauchern
in Gaststätten und Kolonialwarenläden. Im Tabaktrockenschopf des Museums
finden Sie einsatzfähige Transportgeschirre und Wagen aus der Zeit, bevor
das Auto den Tabaktransport übernahm. Außerdem werden Tabakanstech-
u. Nähmaschinen verschiedener Generationen gezeigt.

Tabak Trockenschopf
Aussaatapparate, Handanstechmaschinen,
sowie Modelle von Einrichtungen zur Tabaktrocknung werden hier gezeigt. Trockenanlagen,
insbesondere Tabaktrockenschöpfe der dreißiger Jahre waren Wahrzeichen
der Tabakanbaugemeinden am Oberrhein
Tabak- Anfeuchtraum
Der in Büschel angelieferte und in Ballen verpackte Rohtabak, sei es aus heimischer Pflanzung, aus dem Orient oder aus Übersee, wie Amerika und der Südsee, ist mitunter sehr trocken. Erst wenn ihm ein bestimmter Feuchtigkeitsgehalt seine Elastizität wieder zurückgegeben hat, eignet er sich zur Weiterverarbeitung. Dies geschah im Anfeuchtraum.
Heimarbeit
Der Beginn der Tabakverarbeitung hat sich in erster Linie auf die Heimarbeit konzentriert. Zunächst wurde sie zusätzlich zu anderen Arbeiten ausgeführt, später jedoch als Haupterwerb. Bei der Heimarbeit half die ganze Familie in der Küche beim Entrippen oder in der Stube bei der Verarbeitung mit. Im Museum ist ein kompletter Haushalt aufgebaut, wie er um die Jahrhundertwende zur Tabakverarbeitung genutzt wurde.

Manuelle Tabakverarbeitung
Die Anfänge der Tabakverarbeitung
waren zunächst auf die Handarbeit mit wenigen Hilfsgeräten ausgerichtet.
Erst nach der Einführung der Zigarre in Deutschland und damit am Oberrhein
um 1840, erweiterten sich die Fabriken, bis sie sich um 1860 besonders am südlichen
Oberrhein um Lahr explosionsartig ausbreiteten. Mit ihren großen Fenstern
in nüchternem Stil erbaut, wurden sie zum Wahrzeichen der Zigarrenindustrie
der ganzen Region. Die Inneneinrichtungen waren bis zur Jahrhundertwende einfach
und bestanden zunächst besonders aus den Arbeitstischen und einfachen Tabakpressen.
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurden dann die ersten hand- und fußbetriebenen
Apparate eingeführt. Dieser Zustand der manuellen Verarbeitung blieb bis
nach dem Zweiten Weltkrieg im großen und ganzen erhalten. Im Oberrheinischen
Tabakmuseum ist ein Fabriksaal zu besichtigen, wie er seit der Jahrhundertwende
bis nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichtet war.
Maschinelle Tabakverarbeitung
Trotz Erfindung des Elektromotors
und der schnellen Ausbreitung der Elektrizität vor dem Ersten Weltkrieg,
war diese neue Technik bei der Tabakverarbeitung so gut wie ausgeschlossen.
Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden hauptsächlich nur Pfeifentabak und Zigaretten
maschinell hergestellt. Die Zigarrenherstellung mit elektrisch betriebenen Maschinen
war verboten.
So kam es, dass nach dem Krieg keine Zigarrenmaschinen vorhanden waren und aus
dem Ausland, besonders aus Holland gebrauchte Maschinen eingeführt wurden.
Erst gegen Mitte der 50er Jahre gab es dann auch deutsche Maschinen für
die Zigarrenherstellung, die heute veraltet sind. Im Museum können sowohl
alte holländische, aber auch veraltete deutsche Maschinen für beinahe
alle Bearbeitungsvorgänge besichtigt werden. Sie werden bei Gruppenführungen
in Betrieb vorgeführt.